Männlich 40 Jahre.
Wird aufgrund von Thoraxschmerzen, die in den letzten Stunden zunehmend stärker geworden sind, in der Notfall-Aufnahme vorstellig.
Hämodynamisch und respiratorisch stabil.
Keine Vorerkrankungen.
Keine Dauermedikation.
Keine kardiovaskulären Risikofaktoren.

EKG-Interpretation:

Sinusrhythmus 91/min, Steiltyp, PQ 0,13sec, QRS 0,09sec, Transition V3/V4, ST-Hebungen in II, III, aVF, V3-V6.

Auf den ersten Blick könnte man hier davon ausgehen, dass ein ausgedehnter infero-lateraler STEMI vorliegt. Dazu passen aber folgende EKG-Veränderungen nicht:
1. Keine spiegelbildlichen ST-Senkungen in den anterioren Ableitungen (I und aVL).
2. Bei genauer Betrachtung der PQ und ST-Strecken erkennt man, dass die PQ-Strecke gesenkt ist und dadurch der Eindruck einer ST-Hebung entsteht.

In der Echokardiographie zeigte sich in der Notaufnahme ein unauffälliger Befund.
Das Troponin T war im Normbereich. Auch nach 2 Stunden fand sich keine Troponin-Auslenkung.

Am nächsten Tag zeigte sich ein diskreter Perikarderguss in der Verlaufs-Echokardiographie. 

Im Kardio-MRT bestätigte sich die Diagnose einer Perikarditis.

In der Akutphase, in der nicht immer eine sichere Unterscheidung zwischen Myokarditis und Perikarditis möglich ist, kann auch die Diagnose eines IMPS gestellt werden.